Anschrift:

Prinz-Handjery-Str. 75 / 14167  BERLIN

Web.:  www.walter-karberg.de

Mail :  farbe@walter-karberg.de

Telefon: 030/ 8450147  oder  030/ 8158242  co/Ursula Reich 


  

Lebensabschnitte:   

1935 in Lübeck geboren. Lehre und Arbeit als Zeichner und Retuscheur.

Studium in Dortmund, Köln (Werkschule) und Bonn (Philosophie, Kunstgeschichte,Psychologie).

Forschung, Lehre und Beratung für internationale Organisationen in afrikanischen Ländern.

1974 Professur an der FHSS Berlin.

Aufbau eigener Werkstätten für Malerei, Zeichnen und Keramik.


Ausstellungen 2013

Galerie Bauscher 26.03. - 13-07 2013

Galerie Carlos Hulsch 06.09. - 01.11.2013

Galerie Tammen & Partner 17.11. - 23.11.2013



Zur Technik der Arbeiten:


Bilder:

Tusche auf Leinwand 120 x 200

Tusche auf Siebdruckkarton  100 x 150

Tusche auf  Kupfertiefdruckkarton ca  70 x 100


Zeichnungen:

Bleistift/Farbstift  auf  Papier/Karton

verschiedene Größen;  meistens  30 x 20


Keramik:

Steinzeug   1180° - 1250°

Malerei:  Engoben

Glasuren:  eigene Mischungen

Durchmeser der Schalen:  ca  25  bis  50 cm



Texte zur Malerei:

GALERIE BAUSCHER

Ausstellungseröffnung "Einfach genießen ... z.B. Kunst"

Rüdiger Moegelin, Dorothea Lorenzen, Katrin Sliwinski, Elke Kirstaedter, Walter Karberg, Carola Wedell, Ute Hausfeld

26.5.-13.7.2013

Einführende Worte

Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Kunstfreunde,

ein gutes Jahr nach der letzten Eröffnung im März 2012 begrüße ich Sie herzlich und möchte zuerst sagen, wie froh ich darüber bin, daß Traudl Bauscher uns alle wieder in ihrem neuerlich kunstgefüllten Haus willkommen heißen kann! Viele unter Ihnen wissen, warum es diese Pause gegeben hat und wie dankbar wir über die heutige Eröffnung, über diese neue Ausstellung sein dürfen. Und nehmen Sie sich auch daher bitte den Titel der Ausstellung zu Herzen: "Einfach genießen ... zum Beispiel Kunst". Mit einigen einführenden Worten möchte ich versuchen, Sie
dabei zu unterstützen. In dieser Ausstellung hat Traudl Bauscher und ihr Team sieben Künstler miteinander in Verbindung gebracht, Maler und Bildhauer. Wie immer können Sie auf drei Etagen und im Garten Kunst genießen. Alle Arbeiten sind "gleichberechtigt", ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, daß der Standort hier im Saal, im Untergeschoß oder wo auch immer keinerlei Wertunterschied darstellt.
Walter Karbergs großformatige Arbeiten haben Sie am Eingang begrüßt, weitere sind im Treppenhaus in's Obergeschoß zu bewundern. Karbergs Gemälde besitzen eine ganz außerordentliche Dynamik. Die reinweißen Leinwände oder Untergründe sind der Hintergrund · eines fast dramatisch zu nennenden Geschehens, so jedenfalls die Wirkung: ein einziger, mächtiger Pinselstrich nimmt seinen Platz auf der weißen Fläche ein. Karberg benutzt große, chinesische Pinsel, deren Struktur in manchen Bildern erahnbar bleibt. Ich finde es sehr faszinierend, wie man diese schwungvollen, überaus ästhetischen Strukturen in ihrer Entwicklung mit dem Auge nachvollziehen kann: Ihr Anfang, ihr Ursprung liegt außerhalb des Bildes. Dann sehen wir den Verlauf, die Entwicklung der Struktur, mal schmal mal breit, dazu die delikate wechselnde Farbigkeit innerhalb der Struktur, und schließlich, ganz wichtig und spannend, den Abschluß: Wie endet das jetzt? Aufgefächtert, die Pinselhaare in der Struktur ablesbar? Oder als entschiedener Abschluß; oder in einer "offenen Geschlossenheit"- das sind faszinierende optische Phänomene, die wirklich staunenswert sind. Der weiche Schwung erinnert an weibliche Formen, besonders auf dem gelben Querformat im Eingangsraum, aber auch an bewegte Wellen. Interessanterweise beschreibt Karberg, dass nicht äußerste Konzentration, sondern im Gegenteil übergroße Gelassenheit, Offenheit und Ruhe Voraussetzung für die Entstehung seiner Werke sind. Es kostet ihn enorm viel Kraft; man kann sich sehr gut vorstellen, daß hier ein übergroßer, gesammelter Energie-Ausstoß am Werke ist. Er möchte, dass (ZITAT) ein Strich entsteht, der die Stärke des Lebens sichtbar macht oder wenigstens eine Ahnung davon erkennen lässt (ZITATENDE).
Dr. Bettina Held, Kunsthistorikerin


Der Strich des Pinsels.
Die Spur des Wassers...

Zu meiner gegenwärtigen Malerei gehören zwei Perspektiven, die zu vermählen sind:
1.   Das Handwerk, die Disziplin, die Übung, die Erfahrung...
2.    Die Sinnhaftigkeit, das Künstlerische, die Geistigkeit, die Lebenserfahrung...

Das Handwerk zu erlernen heißt auch heute noch: Striche zu ziehen, mit welchem Werkzeug auch immer, Farbe zu streichen, ihre feinen Unterschiede sehen zu lernen, die Beziehungen der Farben untereinander zu erproben, sie mit einer Form zu verbinden... -- und dies solange zu
üben, bis die körperliche Bewegung und die Wahrnehmung eins geworden sind,
das Nachdenken sich erübrigt.

Der Maler/Zeichner verschwindet; er fragt den Strich und die Farbe nach einem Bild. Es ist der Augenblick, der sichtbar wird, das Gegenwärtige. Gelingt es, kann das Bild voller Freude sein, prickelnd bis in die feinen Verästelungen der Struktur mit Kraft, sogar Gewalt, die wir gern verleugnen. Es kann auch die Ruhe sein.

Wie entsteht so ein Bild? Voraussetzung ist eine völlige Gelassenheit, Ruhe und Offenheit. Die Pinsel und Besen aus Ziegenhaar, Schweineborsten und Pferdeschwänzen malen sehr unterschiedlich. Ein größerer, Haarlänge 4o cm, wiegt mit Farbe gut 7 kg. Das Bild entwickelt sich zentimeterweise in einer Bewegung, die durchaus zu zwei, drei Strichen werden kann. Die Geschwindigkeit  ist unterschiedlich. Schnell: Der Strich ist vordergründig, weniger die Struktur. Langsam: Der Fluß der Farbe und die Strukturen bestimmen den Charakter.

Der Strich des Pinsels ist wie ein Wind, der in die Umgebung hineinfährt, aufwirbelt und gleichzeitig Teil dieser Natur ist. Der Strich und die Farbe heben das Erlebnis der Gegenwart in das Weiß eines Rechtecks. Das Weiß ist Licht, Nichts, Ruhe und Tod; die Farbe gegenwärtig; sichtbare  und erlebbare Lebensfülle. Auf weißem Grund hängt an der Wand Leben als Farbstrich, der - oberflächlich betrachtet - ein Klecks ist?

Die Rückführung von Malerei auf einen Pinselstrich kann als handwerkliche Faulheit gedeutet werden? Im Sinnfeld der Kunst ist sie Ausdruck von Freiheit unter der Bedingung, daß die Anordnung der Farben und Formen einen Sinn erschließbar machen. Das ist nicht abhängig von der Menge der Striche. Die Verteilung von Form und Farbe sowie deren Zusammenhang entscheidet, wie für einen Betrachter Sinn zu verstehen ist. (Sofern er will). Das Bild gibt Hinweise, auf die ein Betrachter mit Erfahrung und Wissen reagiert. Die Deutung ist keinesfalls willkürlich, doch das individuelle Erlebnis frei.

Für meine Bilder heißt das:
Erdgebundenheit und Naturzugehörigkeit  sind die Grunderfahrung.  Dafür stehen Wasser, Farben, Untergrund und Pinselstrich. Erfahrungen, Gefühle, Wissen und Übung ergeben die Situation, in der ein Strich des Pinsels und der Fluß der Wasserfarbe ein Bild streichen, rinnen und
trocknen. Der Ursprung des Striches liegt außerhalb des Bildes, der Sinn im Bild.
Wichtig sind mir die schwer faßbare Kraft von Lebendigkeit über Aggressivität bis zum Tod sowie die Ruhe und Gelassenheit, die fühlbar und denkbar und erlebbar werden können. Sozusagen Leidenschaft und Stille. Beides zugleich wäre ein ziemlich schönes Bild abstrakter Naturmalerei.



"Wir freuen uns darüber hinaus zu eben diesem Anlass in einer besonderen Symbiose von gutem Wein und guter Kunst erstmalig in einer Sonderausstellung mit einer VERNISSAGE die außergewöhnlichen Arbeiten des Künstlers WALTER KARBERG vorstellen zu können."